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Hanna kämpft

Anmerkung: Hanna kämpft ist meine zweite Geschichte über Hanna. Es ist nicht unbedingt notwendig, Hanna springt vorher gelesen zu haben (beide Geschichten sind in sich abgeschlossen), aber es macht Sinn, weil Du so nachvollziehen kannst, warum Hanna ist, wie sie ist. Hier geht’s zu Hanna springt >

- Anfang -

Seit Hanna gesprungen war, war alles anders geworden und trotzdem unverändert geblieben. Hanna erinnerte sich an das eisige Seewasser, das sie umgeben hatte. Damals, als sie dachte, es wäre an der Zeit, loszulassen und zu sterben. Als sie dachte, sie müsse flüchten vor dem unerwarteten Reichtum, der unaufhaltsam Löcher in ihre Familie fraß, in die Menschen, die sie liebte und die mehr und mehr zu einem Schatten ihrer selbst wurden. Hanna fröstelte. Sie setzte sich ihr bewusst aus, der Kälte in ihren Erinnerungen, die ihre Arme mit einer Gänsehaut überzog. Damals hatte sie sich abgenabelt, befreit von Hoffnung und dem Traum, dass es irgendwann wie früher werden würde. Damals hatte sie sich geschworen, alles auf eine Karte zu setzen: Veränderung. Diesmal war es nicht Seewasser, in dem sie zu ertrinken glaubte. Es war ein Druck anderer Art, der ihr den Atem nahm.

Man hatte sie abholen lassen, in einem Luxuswagen mit eigenem Fahrer. Hanna saß hinten und starrte aus dem Fenster. Sie blendete die Lichter der Stadt aus, die Menschen, die zwischen ihnen umherirrten wie Motten. Hanna legte die Wange an die warme Scheibe. Sie konnte den Mond sehen. Wie damals, als sie dachte, es würde ihr Frieden bringen, aufzugeben.

»Hallo Mond«, sagte Hanna.

»Hallo Hanna«, sagte der Mond.

»Warum fühlt es sich an wie der Weg zu meiner Hinrichtung?«, murmelte Hanna.

Der Mond überlegte. »Das kann ich nicht wissen. Sag du’s mir.«

Hanna dachte nach.

»Ich habe Angst«, sagte sie schließlich. »Davor, dass sich herausstellt, dass ich am Gipfel meiner Möglichkeiten angekommen bin und es immer noch nicht reicht. Davor, dass ich erkenne, dass alles, was ich tue, wertlos ist. Weil es niemanden erreicht. Weil es nichts verändert.«

»Noch hast du nicht alles gegeben«, sagte der Mond. »Also kannst du auch nicht sagen, dass alles verloren ist. Gib nicht auf, Hanna. Die Welt gehört den Mutigen.«

Hanna schloss die Augen. »Du hast leicht reden«, sagte sie. »Du bist tot und allein und schaust uns dabei zu, wie wir in die Wand rennen und glauben, wir könnten das überleben.«

»Umso wichtiger ist mir, dass ihr es tut«, sagte der Mond. »Und dazu braucht es nicht viel, glaub mir.«

»Nicht viel ist nicht wenig genug«, sagte Hanna. »Wir werden nicht tun, was nötig ist. Ich weiß nicht, ob wir dazu überhaupt in der Lage sind. Uns zu verändern, meine ich. Es liegt in unserer Natur, es zu vermeiden, wann immer wir können. Ich glaube, wir sind nicht stark genug, um die Mauern zu durchbrechen, die wir uns selbst errichtet haben. Unsere Normen.«

Der Mond lächelte. »Ich habe viel von dir gelernt, Hanna. Und seit ich dich kenne, zweifelst du an dir. Deshalb ist es mir wichtig, dass jetzt einmal du von mir etwas lernst.«

»Okay.« Hanna nickte.

»Du bist ein Mensch«, sagte der Mond feierlich. »Es gibt nichts, was dir zu groß ist. Ich bin tot und du lebst. Deshalb ist dir alles möglich und mir nichts.« Auf einmal klang der Mond verzagt. »Deshalb bin ich nichts ohne dich«, schloss er leise.

Der Wagen bremste ab, machte eine scharfe Rechtskurve und rollte eine Rampe hinunter. Es war soweit.

»Mir und alles möglich?« Hanna war nicht überzeugt. »Na gut«, sagte sie. »Lassen wir’s darauf ankommen.«

 

Als die Moderatorin Hannas Namen verlas, nahm Hanna ihre Notizen, stieg die Stufen zum Podium hinauf und trat ans Rednerpult. Alle klatschten, ein Saal voll Menschen, die Außergewöhnlichem beizuwohnen glaubten. Die ihr zuhören würden, die applaudieren würden, die heimgehen würden und alles wäre wie zuvor. Plötzlich war Hanna schlecht. Sie musste mehr machen! Sie musste aufs Ganze gehen!

Während sie überlegte, was das hieß, fiel ihr auf, dass sie sich längst entschieden hatte. Dass sie längst wusste, dass die Zeit gekommen war, keine Zweifel mehr zuzulassen. In dieser Sekunde änderte sich Hannas Bild von der Welt, von sich selbst, von allem, was existierte… vollkommen.

Hanna blinzelte erstaunt, vor sich ein gespannt wartendes Publikum. Lassen wir’s darauf ankommen.

»Wenn ich ehrlich bin, dann ist das hier nur Ablenkung«, murmelte Hanna statt einer Begrüßung. Sie musterte ihre Notizen und beschloss, diese zu ignorieren. »Sachen erzählen, die keiner hören will, kann ich auch so.«

Wohlwollendes Lachen, als wäre das eben witzig gewesen. Hanna schnaubte. »Für gewöhnlich sagt man mir da: Nein, nein – es ist wirklich wichtig, dass das gehört wird, was du erzählst. Es ist wichtig, denen Gehör zu verschaffen, die über den Klimawandel reden und über die enorme Artenverarmung, die ein noch viel schwerwiegenderes Problem für uns werden wird als der Klimawandel. Es ist wichtig, dass wir erfahren, dass bereits ein eigenes Erdzeitalter nach uns Menschen benannt ist, weil wir den Planeten in nur einem Menschenleben in einem Ausmaß verändern, das sich noch in hunderttausenden Jahren erahnen lassen wird. Wenn wir es geschafft haben, nicht nur uns selbst, sondern auch Millionen andere Spezies auszurotten. Es ist wichtig, dass wir darüber reden, dass wir einander an die Gurgel gehen, wann immer wir darin einen Vorteil zu erkennen glauben. Dass wir vereinsamen, in unserem digitalen Paradies.«

Hanna nickte, ließ ihren Blick über das Publikum schweifen.

»Ja. Es ist wichtig, dass wir darüber reden. Ich selbst rede jetzt seit Jahren davon. Das hat mich auch hierhergeführt und deshalb darf ich mir einen Preis abholen. Aber was mir auffällt, mehr als jedem anderen hier, ist, dass ich seit Jahren das Gleiche erzähle. Immer und immer wieder. Hunderte Male dieselben Geschichten in anderem Gewand.

Ich habe lange gebraucht, bis ich verstanden habe, was wir alle längst verstanden haben – was wir aber so gekonnt totschweigen, dass wir selbst daran glauben, dass wir es nicht wissen: Dass wir es wissen. Wir kennen die Fakten. Die Tatsache, dass wir dem Untergang geweiht sind, wenn wir uns nicht drastisch verändern. Aber wir tun’s nicht. Wisst ihr, warum? Weil uns der Klimawandel nicht mitten in der Nacht aus dem Bett läutet und uns mit grässlicher Fratze anbrüllt: ›Hallo, ich bin der Klimawandel und jetzt ermorde ich dich und deine Kinder!‹ Wenn wir uns nicht vor Angst derart in die Hosen machen, dass wir alles tun würden, um zu überleben, dann mangelt es uns einfach an Motivation.«

Niemand lachte. Hanna zuckte ratlos mit den Schultern.

»Findet das echt niemand lustig? Lachen ist gut bei einer Preisverleihung, da zeigt man, dass man dazugehört.«

Sie grinste. Niemand grinste mit, niemand klatschte, niemand sagte etwas. Deshalb fuhr sie fort:

»Wisst ihr, was ich mich frage? Wenn wir das alles nicht lustig finden, warum steht dann nicht jeden Tag auf allen Titelseiten aller Zeitungen, dass wir eine Wende brauchen? Warum werden nicht jeden Abend vor den Abendnachrichten zwei Minuten gesendet, in denen erklärt wird, was jeder Einzelne beitragen kann? Warum ist das nicht unser gesellschaftliches Gesprächsthema Nummer eins? Weil es teuer ist? Weil es sich nicht organisieren lässt?

Sicher nicht. Nein, das ist so, weil wir es gar nicht hören wollen. Weil wir nichts mehr verabscheuen, als daran erinnert zu werden, dass wir moralische Versager sind, die Wasser predigen und Wein trinken. Und wenn jemand wie ich den Finger in die Wunde legt, dann trösten wir uns mit dem kleinstmöglichen Schritt. Wow, heute habe ich auf Palmöl verzichtet, wegen mir müssen keine Orang-Utans sterben. Seht ihr? Wir haben uns ein System geschaffen, das uns dafür belohnt, dass wir Schmarotzer sind. Wir könnten längst alles im Griff haben, aber keine Machbarkeitsstudie der Welt bezieht mit ein, dass wir es gar nicht schaffen wollen! Klimaschutz cool zu machen ist wie einem Unfallopfer, dem die Rippen aus dem Brustkasten stehen, ein Pflaster draufzukleben. Es hilft nichts. Im Gegenteil! Wir fühlen uns gut dadurch, wow, wir sind nicht tatenlos rumgestanden. Unser Gewissen ist gerettet. Der Patient verblutet trotzdem.

Wir, als Gesellschaft, wir sind derart veränderungsscheu, dass wir alles daran setzen, nichts zu tun! Zumindest darauf ist Verlass. Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir das durchziehen werden.«

Hannas Rede hatte Fahrt aufgenommen. Sie fühlte sich beschwingt, erfüllt. Sie sagte endlich, was sie immer schon sagen wollte! Ihr war, als blinkten Warnsignale in ihr drin, rote Blitzlichter, die kreischend ›Stopp‹ schrien. Es war ihr egal. Hanna preschte hinaus in ihr unbekanntes Terrain, nutzte die Wucht, um diesmal nicht zurückzustecken. Diesmal nicht!

»Ich weiß, es klingt nicht schön«, sagte sie laut. »Aber wir meiden den Blick in den Spiegel nicht aus Unwissen, sondern weil wir ahnen, wie weit unser Verfall bereits fortgeschritten ist. Zum Glück gibt es eine Lösung dafür! Lasst uns den Spiegel zertrümmern. Die kleine Linksradikale da oben, die hat ja keine Ahnung vom Leben. Oder, viel besser noch: Lasst sie uns hochheben, die gesellschaftskritische Hanna. Hoch auf unseren Thron, zu den Greta Thunbergs dieser Welt. Wow, wir sind geblendet vom Licht unserer Kritikfähigkeit! Wir reichen sie herum – machen sie zum Aushängeschild unserer Bescheidenheit, zum strahlenden Beispiel für Meinungsfreiheit und Demokratie. Morgen werden wir kollektiv vergessen, was sie heute sagt. Yes we can – gemeinsam können wir das ignorieren. Lasst uns lieber uns selbst feiern, wie fortschrittlich wir sind. Es lebe der gesellschaftliche Diskurs, da schaut her, wir haben starke kritische weibliche Stimmen!«

Hanna hatte sich in Rage geredet. Sie funkelte böse. Ihr Blick streifte durchs Publikum, musterte maskenhafte Gesichter.

»Seht euch an! Euch, die ihr da sitzt – ihr hört euch meine Rede an, selbstgefällig und selbstgerecht, als ob ich über andere reden würde, nur nicht über euch! Wisst ihr, warum ihr das tut? Weil genau das unser einziges Konzept ist, mit Gesellschaftskritik umzugehen. Wir nehmen sie nicht persönlich!

Ich rede aber über euch! Es betrifft jeden ganz persönlich. Sie in der ersten Reihe, ich weiß, ich habe Ihnen den Preis mit zu verdanken. Sie sind bereit, vieles zu geben. Aber vieles reicht einfach nicht. Es betrifft Sie persönlich, meine Damen und Herren Minister. Sie sind im Mercedes angereiste Lügner! Nicht den Menschen gegenüber – sich selbst gegenüber. Dort liegt Ihr Versagen!«

Weiter hinten wollte Klatschen aufkommen, das fanden jetzt manche lustig. Hanna würgte sie ab. Sie war noch nicht fertig. Jetzt war sie wütend.

»Wehe, ihr klatscht!« Ihre Augen blitzten. »Ihr seid genauso Lügner! Wir alle, die als Teile unserer Gesellschaft Veränderung herbeileugnen, wo keine ist. Wir, die Systemerhalter, die Empörten, die Unterdrückten, die Sozialhilfeempfänger. Es genügt uns, ohnmächtig zu sein, dann sind nämlich andere schuld! Ich. Du. Er, sie, es. Wir, ihr, sie. Wir alle wälzen uns im Dreck und tun so, als ob der allgemeine Konsens, das zu tun, es besser macht! Wir, als Gesellschaft, wir haben unser Gesicht verloren und durch eine Maske ersetzt, die so tot ist wie unser Gewissen. Na gut. Dann los! Weiter so! Lang lebe der kollektive Selbstbetrug!«

Hanna holte Luft, schüttelte ungläubig den Kopf. »Worauf wartet ihr?«, schrie sie ins Publikum. »Tanzt!« Sie warf die Arme in die Luft. »Auf, auf! Tanzt! Tut euch ein Stück Eisberg ins Glas und stoßt an!«

Hannas Stimme war heiser, ihre Augen tränten, der Spott in ihrer Stimme war grausam und beißend. Er hatte Löcher bekommen und jeder sah, was blank darunter lag. Verzweiflung.

»Tanzt!«, flüsterte sie ins Mikrofon. »Wir sind ja nur im Begriff, abzusaufen.«

Hanna schloss die Augen, als sie vom Mikrofon wegtrat und sich verbeugte. Unten herrschte Schockstarre, bleierne Betroffenheit, hässliche Stille. Hanna machte gar nichts. Sie stand da und die Stille dehnte sich ungefüllt aus, bis es schmerzte.

Irgendwann überwand sich Hanna, zu lächeln. Als wäre all das nur Theater gewesen. Als schlüpfe sie aus einer Rolle, zurück in ihr Ich. Kameras fingen ihr Lächeln ein. Beamer warfen es auf Leinwände. Erleichtertes Klatschen, zögerlich, dann lauter werdend. Schließlich toste der Applaus und jedes Klatschen war ein Schlag in Hannas lächelndes Gesicht. Manche sprangen von den Sitzen auf, rissen die Hände in die Höhe und klatschten mit glänzenden Augen und lustvoll geöffneten Mündern. Andere taten es ihnen nach, wussten nicht, was sonst. Manche blieben sitzen und klatschten aus Scham. In der dritten Reihe saß ein Mann mit weißem Bart und weinte.

Es folgten Fotos. Fotos mit Scheck. Fotos mit Blumen. Fotos beim Händeschütteln. Hanna floh, sobald es ging. Runter von der Bühne, raus aus dem Saal, raus aus dem Licht.

 

Der Balkon der Suite, die man Hanna zur Verfügung gestellt hatte, war mehr eine Art Terrasse, die ins Gebäude hineinging, sodass man sich gleichzeitig drinnen und draußen aufhielt. Eine meisterhafte architektonische Lüge, die Heimeligkeit ausstrahlte, in Wahrheit aber vor allem aus Stahlbeton und Unsummen von Geld bestand. Hanna ließ das Licht abgedreht, kletterte aufs Balkongeländer und ließ die Füße baumeln. Steil unter ihr lag ein Gewirr aus gepflasterten Seitengassen, die im mitternächtlichen Laternenlicht fast schon an Spanien oder Italien erinnerten. Trotz der späten Stunde tummelten sich Einheimische und Touristen zwischen den bunten Fassaden. Oleander in Tontöpfen flankierte den Eingang einer Bar; überhaupt machte die Innenstadt auf mediterran. Vielleicht übte sie ja schon für den Klimawandel.

Hannas Gedanken schweiften. Die Preisverleihung von vorhin kam ihr vor wie ein Fiebertraum. Sie hatte es getan. Tatsächlich, unumkehrbar, und gleichzeitig beschlich sie das bedrückende Gefühl der Belanglosigkeit. Es würde nichts daraus entstehen, nichts von Wert. Es würde zerrinnen wie Sand zwischen ihren Fingern und die Menschheit würde genauso verloren sein wie zuvor.

»Ich bin stolz auf dich«, unterbrach der Mond Hannas Gedanken. Er hatte sich durch die Wolken gekämpft und leuchtete silbern und still. »Heute hast du tatsächlich alles gegeben.«

Hanna schaute zu ihm auf, überlegte, ob er Recht hatte. Sie nickte nachdenklich. »Das habe ich«, sagte sie. »Das habe ich wirklich.« Sie schaute hinunter. Knappe vierzig Meter freier Fall, schätzte sie. Ein bisschen unter drei Sekunden und schon wäre ihr egal, was mit der Menschheit passiert. Sie dachte nicht ernsthaft drüber nach. Nicht mehr.

»Warum tue ich mir das eigentlich an?«, fragte Hanna den Mond. »Warum bin ich bereit, alles zu geben, auch wenn es nicht reicht? Warum lasse ich nicht einfach zu, dass die Welt den Bach runtergeht? Es werden andere bewusste Lebensformen entstehen und sie werden unseren Platz einnehmen ohne in der Sackgasse zu starten, in der wir hier zugrunde gehen.«

»Du bist ein störrisches Biest, Hanna«, sagte der Mond sanft. »Du weißt, warum du alles geben musst. Weil fast alles nie genug sein wird. Glaub mir, von hier aus habe ich einen besseren Überblick als du. Ich kann das Gesamte sehen. Ich sehe euch, eine Vielzahl Einzelner, und gemeinsam seid ihr ein zutiefst gespaltenes Kollektiv. Nicht gespalten in Völker, nicht getrennt durch Grenzen und Sprachen. Der Riss verläuft in euch drin, durch jeden Einzelnen und zerteilt euch auf zwei Teile, an denen jeder von euch Anteil hat.

Da ist das, was du Menschheit nennst; es ist bereit für einen Hub. Menschheit ist das Wachsen selbst. Und da ist das, was du Gesellschaft nennst; es wird sich nicht verändern. Es ist alt, es stirbt und es ist wichtig für dich, dass du begreifst, dass es notwendig ist, diesen Teil sterben zu lassen. Das Alte kann sich nicht mehr aufrappeln, nicht mehr wandeln, und schon gar nicht sich selbst neu erfinden. Aus eurem Menschsein muss ein neues Denken hervorgehen, ein neues Handeln, eine neue Gemeinschaft. Mutation. Dann erst seid ihr in der Lage, zu überleben und in ein weiteres Zeitalter einzutreten.«

Hanna nickte müde. »Wir haben das schon besprochen. Du weißt, dass ich mich schon längst entschieden habe. Ich kämpfe dafür, was auch immer es mich kostet.« Sie zögerte. »Ich würde nur so gern wissen, ob es reicht.«

Der Mond lachte leise. »Natürlich reicht es«, sagte er. »Der Anfang ist der Anfang, ganz gleich wie groß er ist.«

Hanna lächelte. Sie malte sich aus, zu springen, hinunter in die Gasse, immer schneller und schneller, nur um den Umkehrpunkt zu erreichen und zwischen den Häusern hochzufallen, hinein in den mondbeschienenen Nachthimmel.

»Gib nicht auf, Hanna. Ich vertraue dir!«, flüsterte der Mond.

»Bitte gib niemals auf.«

- ENDE -
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Hör auf Dein Gewissen und gib niemals auf. Und schon veränderst Du die Welt.

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